Pastell Studio | Selbstständig mit Baby
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Selbstständig mit Baby

7:30 Uhr morgens – ich werde, wie jeden Tag, von meinem Wecker unsanft aus dem Schlaf befördert. Mein Wecker liegt neben mir im Bett und kuschelt sich noch mal ganz fest an mich, bevor er aufspringt und anfängt fröhlich am Kopfende mit irgendwas zu spielen. Irgendwann lässt er sich aus dem Bett gleiten und zieht mit einem Strahlen im Gesicht an meinem Arm. Das heißt so viel wie: AUFSTEHEN, MAMA! FRÜHSTÜCK! Nach einem gemütlichen Frühstück zu zweit geht es in die Kita. Dort bleibt mein kleiner Sonnenschein bis nach dem Mittagsschlaf, bis ich ihn um 14 Uhr abhole und wir den Nachmittag zusammen verbringen. Wir gehen auf den Spielplatz, einkaufen, in den Wald oder machen es uns auf unserer Terrasse bequem. In der Matschküche wird mir dann voller Stolz ein Nachmittagssnack gezaubert…

 

So sieht für mich aktuell fast jeder Tag mit Kind aus. Ein Traumszenario, was ich mir vor unserem Kinderwunsch kaum hätte besser ausmalen können. Ich kann meinen Beruf, den ich während der KiTa-Zeit ausübe, optimal mit den Ansprüchen meines Kleinen vereinbaren. Ich stelle mir oft vor, wie es wäre, wenn ich immer noch angestellt in einem Büro wäre. Ich würde vielleicht auch nur 4-5 Std. am Tag arbeiten, um Zeit für meinen Sohn zu haben. Aber ich würde mich jeden Morgen abhetzen, um auch bloß pünktlich bei der Arbeit zu sein. Ich hätte immer ein schlechtes Gewissen, wenn mein Kind krank ist, und ich nicht zur Arbeit kommen kann. Ich würde weniger verdienen, aber dafür mehr (Familien-)Opfer bringen. Ich finde das Modell „Selbstständig mit Baby“ einfach nur PERFEKT für uns.

 

Natürlich hat diese Art, Job und Familie zu verbinden, nicht nur Vor- sondern auch Nachteile. Diese will ich hier heute mal auflisten und dir am Ende ein paar richtig gute Tipps zum Thema Elterngeld geben.

 

VORTEILE:

 

  • ich kann meine Arbeitszeit frei einteilen
  • ich bin flexibel wenn mein Kind krank ist, ohne dass mir ein Arbeitgeber im Nacken sitzt
  • ich habe einen entspannteren Alltag, da uns niemand hetzt
  • Arbeit, die ich Vormittags nicht schaffe, kann ich zur Not auch Abends nachholen
  • ich habe die Nachmittage zur freien Verfügung um mit meinem Kind zusammen zu sein
  • ich habe kein schlechtes Gewissen, zu viel von meinem Kind zu verpassen
  • ich brauche mich nicht mit missgünstigen Kollegen im Büro rumärgern
  • ich kann so viel Arbeit annehmen, wie es gerade mit der Familie gut passt
  • ich brauche niemanden nach Urlaub fragen
  • ich kann überall arbeiten, wo es Internet gibt

 

NACHTEILE:

 

  • wenn Jobs zugesagt sind, müssen sie auch pünktlich abgearbeitet werden
  • es gibt niemanden, der einem die Arbeit abnehmen kann
  • keine Aufträge: kein Geld
  • Selbstdisziplin im Homeoffice
  • Manchmal muss auch am Wochenende gearbeitet werden
  • In den ersten Lebensmonaten ist es noch sehr schwierig nebenbei zu arbeiten

 

DAS LIEBE GELD:

 

Ich bin zugegebener Maßen in einer entspannten Situation, da ich ich noch mitten in den drei Jahren Elternzeit stecke. Meine Ausgangslage war ein Teilzeitjob in unbefristeter Festanstellung und mein Design-Gewerbe als zweites Standbein. Durch meine Festanstellung konnte ich in Elternzeit gehen. (Was bei einer reinen Selbstständigkeit leider nicht gegangen wäre. Bzw. besteht der Vorteil, dass man weiter über den Arbeitgeber krankenversichert ist nicht und man muss sich privat versichern.) Ich kann aktuell bis zu 30 Stunden wöchentlich in meinem Gewerbe arbeiten und bin trotzdem noch beitragsfrei gesetzlich krankenversichert. Und das volle 3 Jahre lang. Außerdem habe ich mich für das Elterngeld Plus entschieden, was mir über zwei volle Jahre in der Höhe der Hälfte des vollen Elterngeldes ausgezahlt wird. Das bedeutet: Elterngeld Plus + Einkünfte aus meiner Selbstständigen Arbeit. Mehr würde ich in einer Teilzeitanstellung auch nicht verdienen. UND: mir würden alle o.g. Vorteile flöten gehen. 😉

 

TIPP ELTERNZEIT + ELTERNGELD:

 

Ich kann es einfach nur jeder (werdenden) Mutter empfehlen, die vielleicht schon ein kleines Gewerbe nebenbei hat oder mit dem Gedanken spielt, sich während der Elternzeit selbstständig zu machen, ES ZU TUN! Man hat drei Jahre Zeit um die Starthilfe zu nutzen. Man hat auch drei Jahre Zeit, um für sein Kind in einer Art da zu sein, die sonst nicht so einfach möglich wäre. Natürlich sind die ersten Monate nach der Geburt, oder vielleicht sogar das ganze erste Jahr, nicht einfach. Ich habe in dieser Zeit nur Abends mal ein paar kleine Jobs abgearbeitet. Das hat mich auch oft erschöpft. Aber es hat sich gelohnt am Ball zu bleiben, da als mein Sohn mit einem Jahr in die KiTa kam, ich voll durchstarten konnte und nun sehr gut von meiner Arbeit leben kann. So, dass wenn das Elterngeld nach dem zweiten Jahr Elternzeit zu Ende ist, ich das dritte Jahr selber gut über die Runden komme.

 

WAS NACH DER ELTERNZEIT KOMMT:

 

1.Variante

Wenn die Selbstständigkeit läuft und man auch nach der Elternzeit davon leben und seine Sozialversicherungen davon locker bezahlen kann, dann läuft wohl alles richtig! Das wäre auch mein absoluter Traum und ich arbeite hart daran. Natürlich muss man daran denken, seine Festanstellung dann zum Ende der Elternzeit rechtzeitig zu kündigen. 😉

 

 

2.Variante

Ein anderes, ebenfalls vorteilhaftes, Szenario würde bestehen, wenn man innerhalb der genommenen Elternzeit ein weiteres Kind erwarten würde. Man darf seine Elternzeit zum Beginn der neuen Mutterschutzfrist nämlich ohne Zustimmung des Arbeitgebers kündigen, womit man aus der Elternzeit direkt, 6 Wochen vor voraussichtlichem Geburtstermin des zweiten Kindes, in den Mutterschutz rutscht und dann wieder sein Mutterschaftsgeld erhält. Dies ist im Normalfall das volle Gehalt von vor der ersten Mutterschutzzeit. Und es geht noch besser weiter: auch die acht Wochen nach der Geburt des zweiten Kindes erhält man das Mutterschaftsgeld/volle Gehalt von vor dem ersten Kind. Aber Achtung: NUR, wenn man zwischen dem neuen Mutterschutz und dem Ende der ersten Elternzeit NICHT wieder angefangen hat angestellt zu arbeiten. Denn dann würde diese Arbeitszeit als Bemessungsgrundlage gelten, und nicht mehr die, von vor dem ersten Kind, was evtl. durch den Unterschied zwischen Vollzeit und Teilzeit negativen Einfluss auf die Höhe des Mutterschaftsgeldes haben könnte.

 

Und jetzt noch ein paar Tipps um das meiste Elterngeld für das zweite Kind herauszuschlagen: man könnte denken, dass man gar keinen Anspruch auf Elterngeld hat, wenn man von einer Elternzeit in die nächste Schwangerschaft „rutscht“. Aber das ist komplett falsch. Wenn du selbstständig bist (auch nur im Nebenerwerb), kannst du den Bemessungszeitraum zur Berechnung deines Elterngeldes selber beeinflussen. Da bei Selbstständigen eh immer das komplette Kalenderjahr VOR der Geburt des Kindes zur Berechnung hergenommen wird, kannst du es auch um ein, zwei oder drei volle Jahre weiter nach vorne schieben, wenn du in dieser Zeit Elterngeld für ein erstes Kind erhalten hast, und somit nicht die Chance hattest mehr zu verdienen.

 

Ein Beispiel: 2014 arbeitest du in Vollzeit oder Teilzeit angestellt und selbstständig im Nebenerwerb. Dein 1. Kind kommt Ende 2015 zur Welt. Bemessungszeitraum für dein Elterngeld ist das ganze Jahr 2014. Alle Einnahmen aus selbstständiger und nicht selbstständiger Arbeit werden zusammen gerechnet und dann der Durchschnitt ermittelt. Je mehr du also verdient hast, desto mehr Elterngeld (Plus) gibt es für dich. 2016 und teilweise 2017 erhältst du dann beispielsweise das Elterngeld Plus für dein 1. Kind. Dein 2. Kind soll Ende 2017 zur Welt kommen. Die Bemessungsgrundlage für das Elterngeld des 2. Kindes wäre theoretisch 2016. Da du aber in diesem Jahr und auch das Jahr davor noch Elterngeld für dein 1. Kind bezogen hast, darfst du das Bemessungsjahr wieder auf 2014 vorverlegen, womit du für das 2. Kind wieder das selbe Elterngeld bekommen würdest, wie für das 1. Kind. Toll, oder?

 

Wenn sich diese Konstellation bei dir ergibt, hast du quasi 5-6 Jahre Zeit um dein Business „entspannt“ voran zu treiben, nebenbei beitragsfrei gesetzlich Krankenversichert zu sein und etwas finanzielle Unterstützung durch das Mutterschaftsgeld und Elterngeld (Plus) zu haben, sowie genug Zeit zu haben, um deine Kinder stressfrei aufwachsen zu sehen.

 

 

Ich hoffe, dass ich euch durch das Teilen meiner Erfahrungen etwas Hilfe bei der Entscheidungsfindung leisten konnte und würde mich freuen, wenn ihr mir Fragen oder eure eigenen Geschichten dazu unten in die Kommentare schreibt!

 

 

2 Kommentare
  • Super Artikel. Genauso mache ich es auch. Nur das ich meine Tochter noch nicht in die Kita gebe und daher immer während dem Mittagsschlaf und abends arbeiten muss.
    Aber auch ich nutze genau die Vorteile, die du zum Elterngeld geschrieben hast und erwarte jetzt das zweite Kind. Die Elterngeldstelle hat mir auch schon bereits zweimal bestätigt, dass ich meinen Bemessungszeitraum wieder vor das 1. Kind verschieben darf.

    7. April 2017 at 13:28

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